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Geschichte von Nürnberg
Die Stadtgeschichte von Nürnberg
Zum ersten Mal wurde Nürnberg am 16. Juli 1050 urkundlich erwähnt. An diesem Tag wurde der Leibeigenen Sigena die Freilassung mittels einer Urkunde erteilt. Da es die erste schriftliche Erwähnung von „Norenberc“ ist, wird dieses Datum als Gründungstag der Stadt genommen.
1062 wurde das Markt-, Münz- und Zollrecht bestätigt, das um 1040 von Heinrich III. verliehen wurde. Ab 1139 wurde mit dem Bau der Kaiserpfalz begonnen. Zahlreiche Versammlungen der Fürsten bzw. Reichstage finden bis in das 16. Jahrhundert in Nürnberg statt. Der letzte Reichstag fand 1543 in Nürnberg statt.
Im 13. Jahrhundert wurden die ersten Lebkuchen gebacken, die noch heute hergestellt werden: die Nürnberger Lebkuchen. Die Stadt schloss sich 1256 dem Rheinischen Städtebund an und erstmals wurde der Rat von Nürnberg erwähnt. Der Nürnberger Rat wurde hauptsächlich von führenden Handels- und Kaufmannsfamilien geführt. Das Heilig-Geist-Spital wurde 1339 eingeweiht, das Konrad Groß, der damals reichste Bürger von Nürnberg, stiftete.
Neun Jahre später war der Handwerkeraufstand, bei dem die wittelsbachsche Partei und die Handwerker den patrizischen Rat vertrieben. Karl IV. setzte den Rat bereits nach kurzer Zeit wieder ein, jedoch blieben die Handwerker ausgeschlossen und die Zünfte wurden verboten. Ebenfalls fand in dieser Zeit das Judenpogrom statt. Auf dem Gelände des ehemaligen Viertels der Juden wurden der Hauptmarkt und die Frauenkirche errichtet.
1356 entstand das erste Grundgesetz: die Goldene Bulle, welches von Karl IV. erlassen wurde. Jeder neu gewählte König in Deutschland musste in Nürnberg seinen ersten Reichstag abhalten. Ebenfalls wurden in der Stadt die Herrschaftsinsignien aufbewahrt.
Die Freie Reichsstadt Nürnberg
Die kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit erlebte Nürnberg Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Stadt wurde auch von weltweit berühmten Künstlern geprägt, wie Veit Stoß und Albrecht Dürer, Wissenschaftler wie Johannes Regiomontanus und Humanisten wie Willibald Pirckheimer, die in Nürnberg lebten und wirkten.
Mit Hans Folz, Hans Sachs, Hans Rosenplüt und Sixt Beckmesser beginnt 1493 die Blütezeit des Meistergesangs. Im selben Jahr wurde Hartmann Schedels Weltchronik von Anton Koberger gedruckt.
Die Nürnberger Reformation hat die Folge, dass auf römisch-rechtlicher Grundlage die erste Kodifikation eines deutschen Lokal- und Stadtrechts erfolgte.
Nürnberg wurde zu einer Stadt mit einer großen territorialen Macht, als sie von 1504 bis 1506 die großen Gebiete im Landshuter Erbfolgekrieg erobert. Das Patriziat schließt sich mit dem so genannten Tanzstatut als Korporation 1521 ab.
Von 1524 bis 1533 folgen bedeutende Jahre, die Reformation wurde eingeführt, der Nürnberger Religionsfrieden wurde abgeschlossen und die gemeinsame Kirchenordnung von Brandenburg und Nürnberg trat in Kraft.
1575 eröffnete der Nürnberger Rat die "publica et trivialis schola" im nahe gelegenen Altdorf. Diese Schule wurde 1623 zur Universität der Reichsstadt Nürnberg.
Industrielles Zeitalter in Nürnberg
Der Dreißigjährige Krieg hinterließ seine Spuren auch in Nürnberg, die finanzielle Kraft war erschöpft. Die Reichsstadt wurde 1806 mit 25.000 Einwohnern dem damaligen Königreich Bayern zugesprochen. Aufgrund der Eingliederung in das größere Staatswesen kam es zu einem erneuten wirtschaftlichen Aufschwung. Der „Adler“ ist dafür ein wesentlicher Bestandteil. In England wurde diese Lokomotive hergestellt und fuhr als erste Eisenbahn Deutschlands 1835 von Nürnberg nach Fürth.
Das wirtschaftliche Leben von Nürnberg wurde von der Metallverarbeitung sowie der Spielzeug- und Bleistiftherstellung geprägt. Die größten Unternehmer zu dieser Zeit waren Siegmund Schuckert, von Siemens-Schuckert, und Theodor von Cramer-Klett, der Gründer der MAN.
Die großen Industriegebiete mit Wohnsiedlungen für die Arbeiter entstanden südlich der Bahnlinie. 1881 stieg die Einwohnerzahl über die 100.000 Grenze. Das „rote“ Nürnberg war eine Hochburg der Arbeiterbewegung und die größte Stadt mit Industrie im Süden von Deutschland.
Die NS-Zeit in Nürnberg
Ab 1927 wurden die Parteitage der Nationalsozialisten in Nürnberg veranstaltet. Nach der Machtübernahme von Hitler, wurde Nürnberg zur „Stadt der Reichsparteitage“ ernannt. Monumentalbauten entstanden nach den Plänen von Albert Speer im Volkspark Dutzendteich, der sich im Südosten der Stadt befindet. Noch heute sind diese Bauten erhalten, die vom Größenwahn der Machthaber des „Dritten Reiches“ zeugen.
Von Nürnberg aus verbreitete Julius Streicher seine antisemitischen Hetzparolen. Die Nazis verkündeten in Nürnberg 1935 die menschenverachtenden Rassengesetze. Der weltweit bekannten Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 fielen in Nürnberg mehr Menschen zum Opfer, als in jeder anderen Stadt. In der Stadt wurden 26 Juden in der Reichskristallnacht getötet und auch bei der „Arisierung jüdischen Vermögens“ wurde in Nürnberg hart durchgegriffen. Bei der erzwungenen Veräußerung des jüdischen Eigentums wechselten insgesamt 570 Grundstücke und 150 Betriebe den Besitzer.
2.000 Juden aus Franken wurden vom Nürnberger Bahnhof Märzfeld in die Massenvernichtungslager transportiert. Am 29. November 1941 und am 24. März 1942 fanden die zwei größten Deportationen statt, es wurden jeweils 1.000 jüdische Menschen in das KZ Jungfernhof bei Riga und nach Izbica bei Lublin gebracht. Dem Holocaust fielen 2.373 namentlich bekannte Frauen, Männer und Kinder aus Nürnberg zum Opfer.
Die Stadt verwandelte sich im Januar 1945 in Schutt und Asche, nur das Gerichtsgebäude mit dem angeschlossenen Gefängnistrakt blieb vom Bombenhagel verschont. Nürnberg war somit der perfekte Ort, um die NS-Zeit juristisch aufzuarbeiten.
Nach Kriegsende fanden die „Nürnberger Prozesse“ statt, dabei mussten sich die Hauptkriegsverbrecher am 20. November 1945 vor einem internationalen Militärtribunal verantworten. Die Prozesse wurden nach dem „Nuremberg Principles“ geführt, die den Grundstein für das neue Völkerrecht sowie die Strafrechtliche Verfolgung von Verletzungen der Menschenrechte schufen. Zwischen 1946 und 1949 fanden noch zwölf Nachfolgeprozesse gegen weitere NS-Größen und deren Helfer statt.
Heute ist Nürnberg eine moderne Stadt, die sich aufgrund ihrer langen Geschichte für die Menschenrechte einsetzt.

